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Türen richtig streichen

Wie es geht, was du brauchst, Schritt für Schritt!

Der Lack ist ab! Stöße, Rempler, Zigarettenrauch und der Zahn der Zeit haben an den Oberflächen genagt und den Anstrich verfärbt. Eine neue Lackierung macht Schluss mit Kratzern und Macken – und gibt deiner Tür ein frisches Gesicht. Doch Türen richtig streichen, wie geht das? Was brauchst du alles dazu – und worauf musst du beim Lackieren achten?

Inhaltsverzeichnis

Deine Tür hat schon bessere Tage gesehen? Tür aufarbeiten

Ja, auch du selbst kannst Türrahmen (Türzargen) und Türen (Türflügel, Türblatt) fachgerecht streichen – von A bis Z, Schritt für Schritt. Ob Wohnraumtür aus Echtholz, furniert oder mit Kunststoffoberfläche. Was brauchst du alles dazu? Wer Türen richtig streichen will, sollte Folgendes bereithalten:

  • zwei Malerböcke, um die Tür aufzulegen
  • Abdeckfolie, Malervlies für den Boden
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Schraubenzieher
  • Schwamm, Putzmittel, Bürste, Staubsauger
  • Schleifpapier in passender Körnung (z. B. 120, 240)
  • Schleifklotz
  • Schleifmaschine
  • Ziehklinge, Stechbeitel
  • Spachtelmasse (2-Komponenten-Polyester etc.)
  • Grundierung
  • (Acryl-)Lack, Lasur
  • Malerwanne
  • Pinsel, Farbroller, Schaumstoffwalze
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Wie bereitest du Tür und Arbeitsplatz richtig vor?

Jede sorgfältiger die Vorbereitung, desto besser und haltbarer das Ergebnis. Wie eine saubere Farbkante: Dazu klebst du die Wandflächen entlang der Zarge mit Malerkrepp ab. Den Boden schützt du mit Malervlies und/oder Abdeckfolie und stellst zwei Böcke auf. 

 

Jetzt hängst du die Tür aus und platzierst sie sicher auf den Arbeitsböcken. Alternativ kann es Sinn machen, die Tür im Freien zu bearbeiten – das spätere Abschleifen sorgt für ordentlich Staub! 

 

Nun muss alles runter, Aufkleber, Schilder und Beschläge wie Rosette und Türgriff, damit du beim Streichen jede Stelle der Tür bequem erreichst. Was sich nicht löst (bitte keine rohe Gewalt anwenden) wird abgedeckt. 

 

Dein Türrahmen hat eine Dichtung, die auf dem Lack klebt oder in einer Nut sitzt? Besser nicht mitlackieren, sondern ebenfalls komplett entfernen – und nach dem Streichen eine neue elastische Dichtung anbringen.

Weg mit Dreck & Speck! Erst säubern, dann anschleifen

Dann bereitest du den Untergrund vor, indem du Türblatt und Türzarge gründlich von Fett und Schmutz befreist – lauwarmes Wasser, Seife, Bürste und Schwamm genügen. Glasflächen klebst du mit Papier ab. 

 

Danach raust du den (möglichst intakten!) Altanstrich mit feinem Sandpapier leicht auf, damit die neue Farbe besser haftet. 

 

Nur, wenn sich der Lack schon löst, sollte der Altanstrich komplett entfernt werden. 

 

Überschüssigen Altlack wie alte Tropfen und Farbnnasen kannst du mit Ziehklinge oder scharfem Stechbeitel abflachen. Fertig? Greif zum Staubsauger und enferne den Staub, der sich beim Schleifen angesammelt hat.

Was, wenn du die Tür komplett abschleifen musst?

Eine Tür, deren Oberfläche beschädigt und voller loser Lack- und Farbreste ist, musst du vollständig abschleifen. 

 

Beginne mit Zarge und Zierblenden und schleife diese in Faserrichtung mit 100er-Schleifpapier ab; dann ist das Türblatt dran. Ziehklinge oder Schleifpapier (40er bis 60er Körnung) entfernt grobe Lackschichten, eine gute Schleifmaschine wie Winkel-, Band-, Delta- oder Schwingschleifer löst jeden Lack. Schutzkleidung und Atemschutz nicht vergessen und auf genügend Belüftung achten!

 

Um den Lack nicht unnötig zu erhitzen, arbeite ganz in Ruhe, bei wenig Druck und niedrigen Drehzahlen – je mehr Holz zu sehen ist, desto vorsichtiger. Gegen letzte Lackreste nimmst du Schleifklotz oder feines Schleifpapier (120er bis 240er Körnung) zur Hand. Nun ist die Holzoberfläche schön glatt und bereit für eine Behandlung mit Holzöl, Wachs, Lasur oder Lackierung.

Zeit sparen dank Chemiekeule? Mechanisch entfernen ist gesünder

All das klingt aufwändig für dich? Entfernungsstrategien mit aggressiver Chemie wie Abbeizmitteln und Anlaugern oder ein Entlacken mittels Heißluftfön mögen etwas Zeit sparen. Aber sind nicht ohne Risiko, weil manche Mittel nicht nur das Holz angreifen, sondern auch für giftige Dämpfe sorgen, die einfacher Atemschutz nicht abhält. 

 

Überhaupt: Professioneller Atemschutz begnügt sich nicht mit einem Halstuch vor Mund und Nase, sondern nutzt spezielle Feinstaubmasken – Typ FFP1, FFP2 oder FFP3 – beim Abschleifen von Lacken. Halb- oder Vollmasken mit A-, Ax- oder ABEK-Filter schützen gegen Lösungsmitteldämpfe beim Beizen. Kurz, mit mechanischen Entfernungsmethoden gehst du auf Nummer sicher!

Pinsel

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Macken in der Tür: Erst reparieren, dann lackieren

Löcher, Risse, Kratzer? Müssen vor dem Lackieren noch verschwinden. Spachtelmasse, z. B. Zweikomponenten-Polyester, verschließt sie und kaschiert kleine Fehlstellen. Ist der Spachtel ausgehärtet, solltest du diesen Stellen noch eine kleine Abreibung mit dem Sandpapier gönnen. 

 

Reparaturspachtel gibt es übrigens für jedes Material – auch für Holz verschiedener Töne und Texturen. Die Schäden sind umfangreicher, Ecken fehlen, Türfüllungen sind kaputt? Geschickte Heimwerker stärken die Tür durch eine kleine Armierung. Wer sich das nicht zutraut, überlässt solche Spezialprojekte dem Handwerker.

Holz, Kunststoff, Folie - Türen richtig streichen, je nach Material

Neben Massivholz können Türen und Zargen aus Holzwerkstoffen wie Spanplatten und Leimholz bestehen oder eine Oberfläche aus Echtholz-Furnier besitzen. Du kannst Holztüren streichen, lackieren, lasieren oder das Holz ölen. 

 

Hat deine Tür Furnier, braucht ihre oberste Schicht Fingerspitzengefühl, denn dieses Holz ist hauchdünn. Vor dem Streichen besserst du auch hier kleine Macken mit Feinspachtelmasse aus, schleifst diese Stellen vorsichtig glatt und grundierst erst dann. 

 

Achtung: Soll sich deine braune Furniertür in ein weißlackiertes Schmuckstück verwandeln, musst du als Mieter dazu das Okay deines Vermieters einholen. Aber auch unansehnlich gewordene Türen aus Sperr- oder Pressholz, die mit Kunststofffolie überzogen sind, kannst du aufpeppen. 

 

Wie Kunststoff-Türen richtig streichen? Entweder entfernst du die alte Türfolie rückstandslos, um anschließend das Holz darunter zu grundieren und anzustreichen. Alternativ kannst du die alte durch eine neue Folie ersetzen. Willst du die bestehende Folie überstreichen, braucht du eine Farbe, die für Kunststoffflächen geeignet ist. Du raust die Folie mit Schleifpapier (220er Körnung) leicht an, trägst einen leistungsstarken Haftgrund auf – und lässt diesen am besten bis zum nächsten Tag trocken.

Tür grundieren: So klappt es garantiert!

Bis jetzt hast du dich auf dem Weg zu deinem attraktiven, glatten und langlebigen Ergebnis gut geschlagen! Bleib auch bei der Grundierung (Vorlack) so gewissenhaft. Dieser Haftvermittler sorgt dafür, dass die neue Lackierung gut hält. Beachte, dass zum ersten Mal gestrichenes Naturholz ausbluten kann. Stoffe im Holz dringen an die Oberfläche und können deinen Wunschfarbton verfärben – daher solltest du auch rohes Echtholz grundieren. 

 

Hat deine Tür Glaselemente, klebst du diese spätestens jetzt mit Malerkrepp ab. Sind alle Werkzeuge und Materialien griffbereit? Was jetzt kommt, duldet keine Unterbrechung (es sei denn, du möchtest noch einmal komplett neu anfangen). 

 

Los geht’s! Mit dem Lackpinsel trägst du die Grundierung entlang der Zarge und an den Rändern des Türblatts auf. Für die Flächen nimmst du die Schaumstoffwalze. Über Nacht ist der Vorlack getrocknet. Nachdem du alle vorlackierten Bereiche mit 220er Sandpapier angeraut hast, drehst du die Tür auf die andere Seite – und die Prozedur beginnt von Neuem.

Frische Farbe für deine Türen - aber welche?

Türen richtig streichen? Dazu gehört auch, bei Lack und Farbe nicht am falschen Ende zu sparen. Qualität sorgt für eine pflegeleichte, widerstandsfähige Oberfläche. Türen richtig streichen geht mit

  • Lacken, glänzend oder seidenmatt
  • Holzlasur (nicht deckend)
  • schützendem Holzöl

 

 

Seidenmatte oder schimmernde Lacke gibt es für Echtholz, aber auch für folierte oder furnierte Türen. Wünscht du dir leuchtende, deckende Farben, ist robuster, speichelechter Acryllack die beste Wahl – vor allem für Türen, die alltags so einiges aushalten sollen. Lacke, die es auch als Grund- und Decklack in einem gibt, so dass du dir die Grundierung sparen kannst.  

 

Dabei ist wasserbasierter Acryllack (anders als Kunstharzlack) umweltbewusst, lösemittelfrei und geruchsarm – und für die Kinderzimmertür geeignet. Tür mit Zierleiste in zwei Farben gestalten, Kontraste schaffen? Du kannst aus einer riesigen Farbpalette wählen oder dir deinen Acryllack in jedem Wunschton anmischen lassen. Mit Farbkarten und handgestrichenen Farbmustern hast du die Möglichkeit, Farben darauf zu prüfen, wie sie unter den Lichtverhältnissen in deinen Räumen wirken. 

 

Gewusst? Die neuen schwarzen oder dunkelgrünen Kreidelacke verwandeln deine Tür in eine Tafel – zum Einkäufe notieren oder Bemalen. Aber vielleicht gefällt dir der natürliche Holzton am besten? Acryl-Klarlack schützt deine Tür und setzt die Maserung schön in Szene. Auch in das Material eindringende Lasuren und Holzöle – in Faserrichtung zu streichen – betonen den Charakter deiner Holztür.

Es ist soweit, die Tür wird lackiert!

Vorausgesetzt, du hast sie von jedem Schleif-Stäubchen befreit. Aber wie wird deine Tür schön gleichmäßig – brauchst du Pinsel oder Rolle? Beides! Du rührst die Farbe gut auf und gibst den Lack in eine Farbwanne für komfortables Arbeiten. 

 

Wie dosierst du, um Türen richtig zu streichen? 

 

Der Pinsel sollte gut benetzt sein, aber nicht tropfen. Zuerst ist der Türrahmen dran. Du streichst Falze und Ecken mit dem Flachpinsel, nass in nass, ohne den Pinsel abzusetzen. 

 

Damit größere Flächen gleichmäßig werden, kommen Lackierrollen zum Einsatz – breit für glatte Türblätter, kleine bis mittlere Größen für enge Zargenflächen und Kassettenflächen. Was einmal gestrichen ist, wird nicht nachgearbeitet, denn diese Lacke trocknen blitzschnell. 

Endspurt! Zweite Farbschicht, Trocknung - fertig

Ist der Erstanstrich getrocknet (wie lange, steht in den Herstellerangaben), kannst du dich an die zweite Schicht wagen. Vorher schleifst du eventuelle Farbnasen ab, entfernst den Schleifstaub und bringst die nächste Schicht auf. 

 

Wie viele Schichten braucht es? So viele, bis dir die Optik Spass macht, sprich, die Farbe vernünftig deckt. Jede Farbschicht muss vollständig getrocknet sein, bevor du die nächste aufträgst. Damit du dein Werkzeug nicht jedes Mal auswaschen musst, kannst du Pinsel und Rolle während der Trocknungszeit luftdicht in einer Plastiktüte parken, bereit für den nächsten Einsatz. Damit Lack schnell trocknet und aushärtet, braucht es nun regelmäßigen Luftaustausch (aber keinen Durchzug!) und eine mittlere Raumtemperatur. 

 

Alles schön trocken? Drehe die Tür um, um auch die andere Seite zu streichen und die Farbschichten mehrere Tage gründlich durchtrocken zu lassen. Erst dann ist es Zeit, Rosette und Türgriff zu montieren – und die Tür wieder einzuhängen. 

 

Fertig – du hast es geschafft!

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